Auf dem Weg der Ökumene
Inzwischen ist hier eine große Toleranz in der Öffentlichkeit und von Seiten der Geistlichkeit vorhanden. In diesem Zusammenhang müssen auch die ökumenischen Bestrebungen erwähnt werden. Mit den katholischen Kirchengemeinderäten von Gosheim und Wehingen fanden zunehmend Gespräche über die Zusammenarbeit statt. So wurden in der Vergangenheit ökumenische Gottesdienste in der Gemeinde und in den Schulen abgehalten, gemeinsame Bibelkreise, ein Predigeraustausch, gemeinsame Diskussionen über Bibelinhalte, bibelkonfessionelle Jugendveranstaltungen und die Zusammenarbeit der Krankenpflegestationen künden von einem gemeinsamen Näherrücken.
Seit Ende der 80er Jahre haben die Kirchenchöre beider Konfessionen neben ihrer individuellen Arbeit ein gemeinsames Programm für kirchliche und profane Auftritte vereinbart, für welches sie auch gemeinsam proben. Dabei wird jeder Konkurrenzgedanke durch das Erlebnis eines stattlichen Chorumfangs in den Hintergrund gedrängt.
Gleich ökumenisch ist das Entgegenkommen der katholischen Kirchengemeinden Deilingen, Reichenbach, Egesheim und Gosheim, in deren Gotteshäusern seit Mitte der 70er Jahre evangelische Gottesdienste gehalten werden können.
Entwicklungen in den 90er Jahren
Anfang der 90er Jahre ist durch den Zuzug russlanddeutscher Spätaussiedler, vorwiegend aus Kirgisien und Kasachstan, die Evangelische Kirchengemeinde erneut stark angewachsen. Am 1. Oktober 1998 gehörten 2.012 Personen zur Evangelischen Kirchengemeinde Wehingen, was ca. 20 % der Gesamtbevölkerung ausmacht. Dabei entfallen auf Gosheim 784, auf Wehingen 720, Deilingen 156, Bubsheim 164, Reichenbach 88, Königsheim 48 und auf Egesheim 109 Personen.
