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Die kirchliche Trauung

Merkblatt für Trauungen in der Evang. Kirchengemei

Liebes Hochzeitspaar!
Wir freuen uns, daß Sie heiraten wollen und um die kirchliche Trauung bitten. Nach evangelischem Verständnis erfolgt die Eheschließung auf dem Standesamt. Mit ihrem Wunsch nach der kirchlichen Trauung bringen Sie darüber hinaus zum Ausdruck, daß Sie Ihre Ehe unter dem Zuspruch und Anspruch Gottes führen möchten. Im Traugottesdienst hören wir auf Gottes Wort und bitten Gott um seinen Segen für Ihre Ehe. Die versammelte Gemeinde stimmt mit Gesang und Gebet in den Wunsch ein, daß Gott ihr gemeinsames Leben segne.

Zum Nachdenken

„Es ist ein Irrtum, daß Ehe gleichbedeutend ist mit Heirat. Es können zwei verheiratet sein und doch nicht in einer Ehe zusammenleben. Die Heirat ‚macht‘ keine Ehe.“



Biblische Grundlagen der Ehe

Gott schuf die Menschen nach seinem Bild, als Gottes Ebenbild schuf er sie und schuf sie als Mann und als Frau. Und Gott segnete die Menschen und sagte zu ihnen: »Seid fruchtbar und vermehrt euch! Füllt die ganze Erde und nehmt sie in Besitz! (1.Mose 1,27-28) Gott, der HERR, dachte: »Es ist nicht gut, daß der Mensch so allein ist. Ich will ein Wesen schaffen, das ihm hilft und das zu ihm paßt.« (1.Mose 2,18)
In der Ehe gehören Mann und Frau ein Leben lang zusammen; denn Jesus sagt im Evangelium: Gott, der im Anfang den Menschen geschaffen hat, schuf sie als Mann und Frau und sprach: Darum wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und an seiner Frau hängen, und die zwei werden ein Fleisch sein. So sind sie nun nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch. Was nun Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden!
Für das Zusammenleben in der Ehe gilt, was allen Christen gesagt ist:
Ihr seid von Gott erwählt, der euch liebt und zu seinem heiligen Volk gemacht hat. Darum zieht nun wie eine neue Bekleidung alles an, was den neuen Menschen ausmacht: herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Bescheidenheit, Milde, Geduld. Ertragt einander! Seid nicht nachtragend, wenn euch jemand Unrecht getan hat, sondern vergebt einander, so wie der Herr euch vergeben hat. Und über das alles darüber zieht die Liebe an, die alles andere in sich umfaßt. Sie ist das Band, das euch zu vollkommener Einheit zusammenschließt. Der Frieden, den Christus schenkt, soll euer ganzes Denken und Tun bestimmen. In diesen Frieden hat Gott euch alle miteinander gerufen, denn ihr seid ja durch Christus ein Leib. Dankt Gott dafür! Gebt dem Wort Raum, in dem Christus bei euch gegenwärtig ist. Laßt es seinen ganzen Reichtum unter euch entfalten. Unterweist und ermahnt einander mit aller Weisheit. Singt Gott aus vollem Herzen Psalmen, Hymnen, Loblieder, wie seine Gnade sie schenkt und sein Geist sie euch eingibt. Alles, was ihr tut und was ihr sagt, soll zu erkennen geben, daß ihr Jesus, dem Herrn, gehört. Euer ganzes Leben soll ein einziger Dank sein, den ihr Gott, dem Vater, durch Jesus Christus darbringt. (Kol 3,12-17).

Der Traugottesdienst

Orgelvorspiel und Einzug
Begrüßung durch den Pfarrer
Lied der Gemeinde
(gemeinsam gesprochener Psalm)
Eingangsgebet
Verlesung des Trautextes und Ansprache
Lied der Gemeinde
Schriftlesung
Gebet zur Trauung
Traufragen
(Ringwechsel)
Trausegen
Gebet nach der Trauung und Vaterunser
Übergabe der Traubibel
Lied der Gemeinde
Segen
Orgelnachspiel und Auszug

Liedvorschläge (Auswahl)

aus dem Evangelischen Gesangbuch (EG)
EG 170, 238, 240, 288, 302,
317, 321, 322, 331, 334



Trausprüche in Auswahl

Wo du hingehst, da will auch ich hingehen, wo du bleibst, da bleibe ich auch. Dein Volk ist mein Volk und dein Gott ist mein Gott. (Ruth 1,16)
Lehre mich tun nach deinem Wohlgefallen, denn du bist mein Gott; dein guter Geist führe mich auf ebener Bahn. (Psalm 143,10)
So ist's ja besser zu zweien als allein; denn sie haben guten Lohn für ihre Mühe. Fällt einer von ihnen, so hilft ihm sein Gesell auf. Weh dem, der allein ist, wenn er fällt! Dann ist kein anderer da, der ihm aufhilft. Auch, wenn zwei beieinander liegen, wärmen sie sich; wie kann ein einzelner warm werden? Einer mag überwältigt werden, aber zwei können widerstehen, und eine dreifache Schnur reißt nicht leicht entzwei. (Prediger 4, 9-12)
Lege mich wie ein Siegel auf dein Herz, wie ein Siegel auf deinen Arm. Denn Liebe ist stark wie der Tod und Leidenschaft unwiderstehlich wie das Totenreich. Ihre Glut ist feurig und eine Flamme des Herrn, so daß auch viele Wasser die Liebe nicht auslöschen und Ströme sie nicht ertränken können. (Hohelied 8,6)
Denn es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen, aber meine Gnade soll nicht von dir weichen, und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen, spricht der Herr, dein Erbarmer. (Jesaja 54, 10)
Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott. (Micha 6,8)
Selig sind die Friedfertigen, denn sie werden Gottes Kinder heißen. (Matthäus 5,9)
Eure Rede sei: Ja, ja; Nein, nein. Was darüber ist, das ist von Übel. (Matthäus 5,37)
Alles nun, was ihr wollt, daß euch die Leute tun sollen, das tut ihnen auch! (Matthäus 7,12)
Ein neues Gebot gebe ich euch, daß ihr euch einander liebt, wie ich euch geliebt habe. (Johannes 13,34)
Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, haltet an am Gebet. (Römer 12,12)
Freut euch mit den Fröhlichen und weint mit den Weinenden. (Römer 12,15)
Seid eines Sinnes untereinander. Trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch herunter zu den geringen. Haltet euch nicht selbst für klug. (Römer 12,16)
Darum nehmet einander an, gleichwie uns Christus angenommen hat zu Gottes Ehre. (Römer 15,7)
Der Gott der Hoffnung aber erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben, daß ihr immer reicher werdet an Hoffnung durch die Kraft des heiligen Geistes. (Römer 15,13)
Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen. (1.Korinther 13,13)
Ihr seid zur Freiheit gerufen. Denn das ganze Gesetz ist in dem Wort erfüllt: "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst". (Galater 5,13f)
Ertragt einer den andern in Liebe und seid darauf bedacht, zu wahren die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens. (Epheser 4, 2b+3)
Seid aber miteinander freundlich, herzlich und vergebet einer dem anderen, gleichwie Gott euch vergeben hat in Christus. (Epheser 4,32)
Über alles aber ziehet an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit. (Kolosser 3,14)
Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit. (2.Timotheus 1,7)
Endlich aber seid allesamt gleichgesinnt, mitleidig, brüderlich, barmherzig, demütig. (1.Petrus 3,8)
Vergeltet nicht Böses mit Bösem oder Scheltwort mit Scheltwort, sondern segnet vielmehr, weil ihr dazu berufen seid, daß ihr den Segen ererbt. (1.Petrus 3,9)
Dienet einander, ein jeglicher mit der Gabe die er empfangen hat, als die guten Haushalter der mancherlei Gnade Gottes. (1. Petrus 4,10)
Darin besteht die Liebe: nicht, daß wir Gott geliebt haben, sondern daß er uns geliebt hat und gesandt seinen Sohn zur Versöhnung für unsre Sünden. Ihr Lieben, hat uns Gott so geliebt, so sollen wir uns auch untereinander lieben. (1.Johannes 4, 6+7)
Gott ist Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm. (1. Johannes 4,16)

Traufragen in Auswahl

Möglichkeit 1 (Bräutigam/Braut einzeln gefragt)
Vor dem heiligen Gott und vor dieser seiner Gemeinde frage ich dich, ......: Willst du diese(n) ......... als deine(n) Ehefrau/Ehemann hinnehmen, sie/ihn lieben und ehren, in guten und bösen Tagen sie/ihn nicht verlassen und allezeit die Ehe mit ihr/ihm nach Gottes Willen führen, bis der Tod euch scheidet, so antworte: Ja, mit Gottes Hilfe. Bräutigam/Braut: "Ja, mit Gottes Hilfe."
Möglichkeit 2 (Bräutigam/Braut einzeln gefragt)
In der Verantwortung vor Gott und den Menschen legt ihr euer Trauversprechen ab.
Ich frage dich, .......(Bräutigam): Willst du deine Ehefrau, so wie sie ist, von Gott annehmen und ihre Würde achten? Willst du sie lieben, die Freude am Leben mit ihr teilen und Schuld vergeben? Willst du deiner Frau in guten und schweren Zeiten Lebensgefährte sein? So antworte: Ja, mit Gottes Hilfe. Bräutigam: Ja, mit Gottes Hilfe.
Ich frage dich, .......(Braut): Willst du deinen Ehemann, so wie er ist, von Gott annehmen und seine Würde achten?
Willst du ihn lieben, die Freude am Leben mit ihm teilen und Schuld vergeben? Willst du deinem Mann in guten und schweren Zeiten Lebens-gefährtin sein? So antworte: Ja, mit Gottes Hilfe. Braut: Ja, mit Gottes Hilfe.
Möglichkeit 3 (gegenseitiges Versprechen)
Vor Gott und vor dieser Gemeinde wollt ihr euer gegenseitiges Versprechen ablegen.
Bräutigam: ..........., ich verspreche dir: Ich will dich lieben und dir vertrauen. Ich will dich achten und für dich sorgen. Ich will mit dir zusammen Gott und den Menschen dienen. Dazu helfe mir Gott.
Braut: ..........., ich verspreche dir: Ich will dich lieben und dir vertrauen. Ich will dich achten und für dich sorgen. Ich will mit dir zusammen Gott und den Menschen dienen. Dazu helfe mir Gott.
Möglichkeit 4 (beide im Wechsel)
Ihr habt aus den Worten des Heiligen Schrift gehört, wie Gott Menschen leiten und segnen will.
............. (Braut) und ................ (Bräutigam) antwortet nun auf Gottes Zusage mit euerem Versprechen.
Brautpaar im Wechsel:
Wir haben uns entschlossen, unserem Lebensweg gemeinsam zu gehen. Dazu helfe uns Gott.
Wir wollen in unserer Ehe auf Gottes Liebe und Güte vertrauen.
Wir wollen in Freude und Leid zusammenhalten unser Leben lang.
Wir wollen einander annehmen und gemeinsam für andere dasein. Dazu segne uns Gott.

Der Trausegen

So reicht einander die rechte Hand, daß ich als berufener Diener der christlichen Kirche euren Ehebund segne.
„Im Namen Gottes des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Der allmächtige und barmherzige Gott segne euch und bewahre euch vor dem Bösen. Er geleite euch mit seinem Wort und erhalte euch bei seiner Gemeinde. Er schenke euch ein gehorsames und getrostes Herz und führe euch zum ewigen Leben. Amen.“



Checkliste zur kirchlichen Trauung

Der Blumenschmuck in der Kirche ist Sache der Brautleute. Bitte setzen Sie sich mit unserer Mesnerin, Frau Schwechel, Tel. 07426 - 7605, in Verbindung. Bei mehreren Trauungen an einem Tag einigen sich die Brautleute über Art und Umfang des Schmucks.
Es ist gut, wenn Sie sich schon vor dem Traugespräch Gedanken machen, welche Lieder gesungen werden sollen und welches Bibelwort Ihr Trautext und Leitwort für Ihre Ehe werden soll. Oft eignet sich dafür der Konfirmationsspruch.
Wenn Sie zur musikalischen Gestaltung der Trauung beitragen und aus Ihrem Bekanntenkreis eine(n) Sänger(in) oder Musiker(in) mitbringen, freuen wir uns. Allerdings ist es unerläßlich, daß Sie sich bis spätestens eine Woche vorher wegen der Auswahl der musikalischen Stücke mit dem Pfarramt Tel. 07426-7186, in Verbindung setzen.
Bringen Sie das Familienstammbuch und die standesamtliche Bescheinigung über die bürgerliche Eheschließung direkt nach der standesamtlichen Trauung zum Pfarramt Wehingen, Finkenweg 12, damit die Eintragung der Trauung vorgenommen werden kann. Das Familienstammbuch wird Ihnen dann bei der kirchlichen Trauung wieder ausgehändigt.
Wenn Sie einen Ringwechsel in der Kirche wünschen, bitten wir, dies vorher beim Traugespräch anzusprechen.
Das Fotografieren und Filmen während des Traugottesdienstes bedarf der Erlaubnis des Pfarrers. Auszugehen ist von dem Grundsatz, daß der Ablauf der gottesdienstlichen Feier und die Andacht nicht gestört werden darf. Geeignete Möglichkeiten für das Fotografieren sind der Aus- und Einzug des Brautpaares und die Zeit des Gemeindegesangs. Generell untersagt ist das Fotografieren in der Kirche. Ein (Video-)Filmer (mit Stativ) ist zugelassen.
Blumenstreuen bitte nicht in der Kirche, sondern auf den Treppen oder auf dem Kirchplatz.
Oft empfangen Vereinskameradinnen und -kameraden das Hochzeitspaar vor der Kirche mit einer Überraschung. Damit diese nicht zu lange "draußen" bleiben müssen, laden wir sie gern zur Trauung in die Kirche ein. Sie können dann beim letzten Lied hinausgehen, um den nötigen Vorsprung vor dem Paar zu haben.
Wenn weder Braut noch Bräutigam in Wehingen ihren Wohnsitz haben oder hier getauft oder konfirmiert wurden, erheben wir für den Dienst der kirchlichen Mitarbeiter und die anfallenden Unkosten eine Gebühr.

Mit dem Wunsch, daß Sie ihre Vorbereitungen gut bewältigen, grüßt Sie auch im Namen der Kirchengemeinde

Mit freundlichen Grüßen
Thomas Binder, Pfarrer